Selbstverteidigung
Der eigentliche
Sinn
aller Kampfsportarten wie Karate war immer die Verteidigung. Ob
es die Verteidigung gegen waffentragende Kämpfer oder angreifende
Räuber war, die erlernten Techniken boten immer eine wirksame
Abwehr im Nahkampf an. Auch wenn Karate heutzutage bei Meisterschaften
in der Form oder im sportlichen Freikampf bewertet werden, eignen
sich die in Karate erlernten Techniken wie vor langer Zeit hervorragend
zur Selbstverteidigung.
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Ein Bericht vom Herbst 2001 aus der Schülerzeitung der Europaschule,
Modellhauptschule der PA d. Bundes OÖ:
Mädchen
wehrt euch!
Berichte über häufige Belästigungen auf dem Schulweg
unterstreichen die Wichtigkeit dieses Projekts, an dem Schülerinnen
der dritten und vierten Klasse unserer Schule teilnehmen.
Immer wieder hört man, dass Kinder belästigt
werden. Es passiert ganz plötzlich, sogar im engsten Familienkreis.
Die Schülerinnen der dritten und vierten Klassen wollen sich schützen
können. Deshalb belegen sie einen Selbstverteidigungskurs, der
von der Schule angeboten wurde. Dieses Projekt wird - unterstützt
vom Magistrat Linz - von der Polizei und mit psychologischer Betreuung
durch eine Beamtin der Kripo, sowie in Zusammenarbeit mit dem
Karate-Verein ASKÖ-Shindo-Linz durchgeführt. Zwei Schwarzgurt-Trainer
zeigen unseren Mädchen, wie sie sich gegen körperliche Übergriffe
zur Wehr setzen können. Viele nehmen diese Chance wahr. Sie lernen
einfachste Tricks, um sich schnell zu befreien oder zu wehren.
Das Wichtigste ist, schnell weglaufen zu können, wenn man sich
befreit hat. Man muss den Angreifer nicht zusammenschlagen. Oftmals
hilft ein lauter Schrei (z.B. Hilfe! oder Feuer!], der die Leute
in der Gegend aufmerksam machen und den Angreifer abschrecken
soll.
Der Kurs soll eine Stütze für die Mädchen selbst
sein. Sie erfahren, dass sie sich wehren können. Wie wichtig dieses
Wissen ist, erkannte der Psychologe Dr. Hannes Pögl von der PA,
der das Vorgespräch zum Projekt führte. Dabei zeigte sich, dass
viele Mädchen bereits Vorerfahrungen hinsichtlich Belästigungen
haben und diese sehr häufig am Schulweg (im Bus und in der Straßenbahn)
passieren. Große Unsicherheit seitens der Mädchen bestehe auch
darin, so der Psychologe, wie weit man von der Polizei Unterstützung
erfährt. Deshalb verschweigen viele Opfer ihre Negativerlebnisse,
aus der Meinung heraus, sie würden keine Unterstützung, kein Verständnis
bekommen. Dr. Pögl erreichte in diesem ersten Gespräch eine Versprachlichung
in der Gruppe, ein "Darüber-Reden-Können" und die Erfahrung, dass
andere ähnliche Erfahrungen haben. Ein Abschlussgespräch am Ende
des Projekts ist vorgesehen. Die Meinungen zum Selbstverteidigungskurs
sind allgemein positiv. Hier eine Auswahl von Meinungen:
Melanie (3a):
Mir gefällt der Selbstverteidigungskurs gut. Denn Selbstverteidigung
kann
man
im weiteren Leben schon gebrauchen. Unsere Trainer sind sehr nett.
Lisa (4a):
Ich finde das Projekt super. Man braucht dies im leben bestimmt
oft. Man
weiß
ja nie, was einmal passieren kann. Die zwei Lehrer, die uns das
zeigen, finde ich
super,
und sie erklären uns alles gut.
Barbara (4a):
Es ist ganz super, einfach toll1. Man kann den Kurs teilweise
gebrauchen,
aber
nicht immer. Unsere Trainer sind ganz super und nett.
Stefanie (4a):
Ich glaube, dass man das Wissen schon irgend- wann im Leben brauchen
kann.
Unsere zwei Trainer erklären alles ganz genau. (BS, RH)