Gürtelfarben
und Ihre Bedeutung:
9.
KYU
Der
Schnee liegt auf der Landschaft. Der Lehrer sieht den Schüler
nicht, der Schüler sieht die
Lehre nicht.
8.
KYU
Der
Schnee schmilzt, die harte, gefrorene Erde leuchtet gelb. Der
Lehrer sieht nicht, ob der
Schüler fruchtbar ist. Der
Schüler sieht nicht, ob aus dieser Lehre für ihn Frucht wachsen
wird.
7.
KYU
Die
fruchtbare Erde leuchtet in der roten Abendsonne. Der Lehrer sieht
noch keine Frucht.
Der Schüler keimt, kann aber noch nichts.
6.
KYU
Ein
Pflänzchen kommt, der Lehrer sieht: der Schüler versteht. Der
Schüler erkennt die Wirkung
der Lehre.
5.-4.
KYU
Die Baumkrone reicht in den Himmel, der Lehrer
sieht das Leben seines Samens. Der Schüler
erlebt die Tiefe
der Lehre.
3.-1.
KYU
Der
Baum hat eine feste Borke, der Lehrer sieht den Beginn selbstständigen
Lebens. Der Schüler
sieht, fest geworden, den ersten Gipfel in der Ferne.
1.-
6. DAN
Das Wandeln der Stille
7.-9.
DAN
Frischer Schnee und Morgenrot, der befreite Geist beginnt neu.
10.
DAN
Die
Vollendung eines Tages ist sein Abendrot ...
Eine weitere
Erklärung der Gürtelfarben bzw. der Symbolik:
9. Kyugrad
der Beginn des Lernens. Hier legt der Meister (Prüfer) noch keinen
Wert auf Geschwindigkeit und Kraft, dafür aber auf die richtige
Ausführung und Endstellung der Techniken. Die Farbe Weiß symbolisiert
die Reinheit, das Klare, das Saubere und steht insbesondere in
Asien als Farbe für den Anfang - und auch der Trauer, bedingt
durch das ständige Wiederholen der Grundtechniken.
8. Kyugrad
der gelbe Gürtel symbolisiert die Sonne, Licht. Wärme sowie deren
Wachstumseigenschaften, das den Weg nun begleiten soll. Das erste
Lehrjahr hat begonnen. Dieser Grad wird nach 3-6 Monaten erreicht,
wenn sein Bewegungsablauf in den Grundtechniken flüssiger geworden
und ein Stocken vermieden werden kann. Gelb ist eine warme Farbe.
Das Schülerverhalten wird nun beschrieben als zeitweise schwerfällig
und langsam, unschöpferisch und unglücklich. Mühevoll sind die
Leistungen bei der Technikschulung und verkrampft noch die Basishaltung.
Darüber hinaus gibt es bei der Erreichung dieses Leistungsgrades
im Karate Do die höchste Absprungsrate.
7. Kyugrad
der Orange Kyugrad wird mit der Farbe des Feuers verglichen, denn
er verbrennt in dem Schüler die Angst, erwärmt ihn und schützt
seine Entfaltung und Entwicklung im Karate. Das zweite Lehrjahr
beginnt. Diesen Kyugrad erreicht der Schüler nach einer weiteren
Trainingszeit von 4-8 Monaten. Nun sollte der Technikablauf wesentlich
flüssiger sein. Der Schwerpunkt (Hara) sollte tiefer sitzen und
die Koordination des Bewegungsablaufes sollte sicherer sein. Auch
die Geschwindigkeit sollte mit einer erkennbaren Anspannung in
der Endphase vorhanden sein. Das Schülerverhalten wird in dieser
Zeit wesentlich ruhiger. Nur zeitweise ist der Schüler deutlich
erregt, jedoch einfacher, disziplinierter, verständnisvoller und
aufmerksamer gegenüber den Anweisungen des Meisters.
6. Kyugrad
hier prüft nun der Meister bei seinem Schüler, inwieweit Geschwindigkeit,
Anspannung in der Endphase und Koordination übereinstimmen. Auch
die wechselweise Schwerpunktverlagerung spielt eine größere Rolle
bei der Vergabe dieses Gürtelgrades. Das dritte Lehrjahr beginnt.
Grün entsteht durch das warme Gelb und das kalte Blau. Grün ist
eine vorzügliche Farbe, um Ruhe und Erholung zu finden. Grün wirkt
sich grundsätzlich bei einer bestehenden Gefühlslage steigernd
aus. Der Schüler ist während dieser Zeit vielseitiger geworden
und vor allen Dingen auch abenteuerlustiger in der Anwendung und
Durchführung der Technikschulung. Nervös ist er dennoch um eine
bessere Grundschule bemüht und versucht sich anzupassen.
5-4. Kyugrad
der blaue oder violette Gürtel soll an die Reinheit und Klarheit
des lebensspendenden Wassers erinnern, aber auch an seine ungezügelte
und gefährliche Kraft. Die Farbe der Wassers soll den Schüler
ermahnen und daran erinnern, dass das kostbare Gut auf dieser
Welt für uns alle da sein sollte - und er dementsprechend mit
seinem Wissen und Handeln sehr sorgsam umgehen sollte. Nach weiteren
6-10 Monaten Trainingszeit kann der Karateschüler die Prüfung
zu diesen Kyugraden bestehen, wenn die ihm vorgeführten Grundtechniken
nun schon sehr fließend sind. Die Ausführung und Endstellung der
Techniken sollten gut mit dem Hüfteinsatz und dem Schwerpunkt
koordiniert sein. Der blaue Gürtel verlangt eine hohe Konzentration
und ist eigentlich der schwierigste Kyugrad. Er ist jetzt im vierten
Lehrjahr. Das Verhalten der Schüler ist nun wie folgt zu charakterisieren:
Brillant, froh, künstlerisch veranlagt und glücklich über seine
Leistungen, die sich durch einen leichten Erfolg durch die Führung
seines Meisters sowie einen harmonischen Bewegungsablaufes in
der Technikschulung auszeichnen. Es kann aber auch zu kritischen
Phasen kommen, etwa zu dem Beginn von Widersprüchen und Wutausbrüchen
gegenüber dem Meister, Intrigen und Verleumdungen sowie Arroganz
und Überheblichkeit in Problemsituationen. Wird vom Meister dieser
Zustand nicht rechtzeitig erkannt, verliert der Schüler vor seinem
Meister.
3-1. Kyugrad
die Farbe des braunen Gürtels soll den Schüler an die Macht der
Berge erinnern und daran, dass es nun an der Zeit ist, sich mit
dem Kosmos, dem Himmel zu befassen, damit ihm der Aufstieg zur
Meisterschaft bewusster wird. Dieser letzte Schülergrad wird erst
nach einer weiteren Trainingszeit von 8-12 Monaten erreicht. Der
Schüler muss die richtige Führung des Körperschwerpunktes sowohl
in der Vorwärts- als auch in der Rückwärtsbewegung beherrschen,
ebenso wie den Wechsel von der Grundschulstellung in die andere.
Darüber hinaus sollte die Koordination zwischen Armen und Beinen
und der Körperhaltung, der richtigen Stellung der Hüfte und den
Schultern sowie die angemessene Spannung bei der Endausführung
der einzelnen Fuß- und Fausttechniken beherrscht werden. Braun
ist nicht nur eine Farbe die unauffällig ist, sondern auch eine
gewisse Bescheidenheit verkörpert und stabilisierend auf die Sicherheit
des Einzelnen wirkt. Sie hat auch jene unbeugsame Kraft im Hintergrund,
die letztendlich den Aufstieg zum Erfolg garantiert, die der treibende
Faktor zum Meistergrad wird. Der Schüler zeichnet sich nun dadurch
aus, dass er aktiv und zielstrebig, mächtig und mitleidlos, führend
und erneuernd ist, eine eigenkritische Selbstachtung bildet sich,
er ist kritikfreudiger gegenüber dem Meister und seinen Mitschülern,
aber auch leider oft anmaßend und verletzend.
Hier folgen
nun die Meister-, also Dangrade. Hat man diese einmal erreicht,
gibt es noch lange keinen Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen.
Die Dangrade begleiten die Meister/-innen auf ihrem Do, und zeigen,
was es noch zu lernen, zu erkennen und zu überwinden gibt, wo
welche Schwächen und Stärken liegen und wie der Weg des Karate
erfolgreich fortgesetzt werden kann.
1.Dan
der erste Dan bedeutet Anfang, Ausgangspunkt und kündet von Einsamkeit,
Isolierung im Erfolg, ist aber auch von Egoismus und Egozentrik
gekennzeichnet. Paranoide Tendenzen können bei denen auftreten,
die beim ersten Dan stehenbleiben. Es bedeutet aber auch, aufgerufen
zu sein, vorrangige Stellungen einzunehmen und das eigene Glück
der gemeinsamen Sache zu opfern. An positiven Eigenschaften werden
dem Sempai in dieser Zeit zugesprochen, zielstrebig und erfolgreich
zu sein sowie mit einer guten Konzentrationsfähigkeit ausgestattet,
schöpferisch, Neuem gegenüber aufgeschlossen, energisch, vertrauenswürdig
und begeisterungsfähig. Negativ sind in dieser Zeit die Impulse
dieser Karateka, aggressiv und herrschsüchtig zu sein und wenig
Bereitschaft zur Zusammenarbeit zu zeigen sowie die mangelnde
Fähigkeit, tiefe Freundschaften zu schleißen. Der erste Dan ist
der schwerste, aber auch der, mit dem man am schnellsten aufsteigen
kann, denn durch ihn ist man dazu berufen, seine Pläne zu verwirklichen,
zu leisten und aufzurichten. Er verleiht Ansehen und man wird
ein Anführer oder ein Meister.
2.Dan
dieser Dan ist das Symbol der Zweiheit, des Doppelten, das sein
Positives und Negatives in sich trägt, seine Männlichkeit und
Weiblichkeit. Der Träger des zweiten Dan ist der treue, seinem
Meister ergebene Diener. Er ist derjenige, der durch Bescheidenheit
und Beständigkeit den Erfolg der begonnenen Ausbildung ermöglichen
wird. Die Karateka werden in dieser Zeit als sanft, liebenswürdig,
ausgeglichen, gewissenhaft, bescheiden und diplomatisch beschrieben.
Mit ausgeprägten intellektuellen Fähigkeiten, aber ohne eigentliche
schöpferische Anlage, bedingt durch den Gehorsam gegenüber dem
Lehrmeister. Negative Eigenschaften sind etwa wankelmütig und
zögerlich zu sein, ein besserer Untergebener als eine gute Führungspersönlichkeit.,
die gelegentliche Neigung zu Grausamkeiten beim Training und Arglist
bei Prüfungen, um sein Ziel zu erreichen. Der Weg des zweiten
Dangrades ist für seinen Träger ein langsamer, ruhiger und leichter
Weg zur Verbesserung seiner Lernfähigkeit. Dieser Weg kann sehr
weit führen, wenn man mutig und ausdauernd mit seinem Lehrauftrag
neue Wege geht. In dieser Gruppe der Danträger findet man viele
Gleichgesinnte und Freunde, wenn eigene Interessen als sekundär
betrachtet werden.
3.Dan
dieser Dan gilt als das Sinnbild für das Gleichgewicht der guten
und bösen Kräfte des Ichs. Es steht für die Rückkehr zu Frieden,
Ruhe und Harmonie, nach einer Periode von Freuden und Kümmernissen.
Er hat die Macht, Positives in Negatives oder negatives in Positives
umzuwandeln, um das Gleichgewicht herzustellen. Als hochbegabt,
fantasievoll, vielseitig, energisch, lebendig, geistreich und
erfolgreich, stolz und innerlich unabhängig stellen sich die Sensei
(Lehrer, Meister) - so die Bezeichnung ab dem dritten Dan - dar,
mit einem ausgeprägtem Sinn für die Gemeinschaft. Negativ werden
dahingegen als diktatorisch, launenhaft, ruhelos und gefallsüchtig
beschrieben und als unfähig, sich auf eine Sache zu konzentrieren
oder etwas ernst zu nehmen. Dieser Weg ist für den Danträger ein
fröhlicher und lebendiger Weg, der jedoch auch ermüdend, oberflächlich
und gefährdend sein kann, wenn er seine Lehrmethoden nicht weiterentwickelt.
Der dritte Dan verlangt, dass sich sein Träger erfinderisch und
wissbegierig zeigt und Probleme lösen kann. Dieser Weg führt auch
meist zum Schnellen Aufstieg, Ruhm und Ehre, ist aber auch gekennzeichnet
vom plötzlichen Verlust dieser ideellen Werte, aufgrund eines
spontanen Einfalls oder einer impulsiven Handlung.
4.Dan
der vierte Dan im Karate symbolisiert das Materielle, Konkrete
und Solide. Er wird deshalb als besonders solide betrachtet, da
er materielle und spirituelle Vollkommenheit besitzt. Man kann
ihn deshalb auch als männlich und weiblich zugleich interpretieren.
Erdverbunden, praktisch, fleißig, ruhig und ausdauernd ist der
Karateka des vierten Dan, von organisatorischer Begabung in bezug
auf die Lehrfähigkeit und gesellschaftlich angesehen. Gleichzeitig
wird er jedoch als fantasielos, wenig anregend, zeitweise schwerfällig
und misstrauisch beschrieben, als ernst, mit einer Anlage zur
Melancholie und zu Gewaltausbrüchen, da jeder Erfolg hart erkämpft
werden muss. In dieser Phase wird der Weg des Karateka als ein
ernsthafter, regelmäßiger und strenger Weg bezeichnet, ähnlich
wie eine schöne Straße mit gut beschilderten Kreuzungen - und
den Polizisten, die diese Straße überwachen. Hierzu gehören u.a.
die ständigen Fortbildungslehrgänge und Prüfungen. Wenn es dem
Träger des vierten Dangrades gelingt, sich auf diesem Weg zu stabilisieren,
kann er es zu hohen Auszeichnungen bringen und damit sein gesellschaftliches
Ansehen fördern. Auch der materielle Erfolg wird davon nicht ausgeschlossen
sein.
5.Dan
dieser Dan steht für das gesamte Karate-Leben, denn er repräsentiert
die Bewegungen - die Kraft, Ausdauer, Gewandtheit, Schnelligkeit
und Freiheit. Die Zahl 5 steht auch für die fünf Zweige (Arme,
Beine, Kopf), die aus dem Mittelpunkt des Menschen (Rumpf) herausragen
und in fünf verschiedene Richtungen zeigen. Fünf ist die Zahl,
die den gesamten Ablauf des Lebens symbolisiert und durch die
Fünf Wandlungsphasen beschrieben wird. Mit dem fünften Dangrad
überschreitet der Meister die Schwelle zum höheren Wissen. Positiv
stellt sich den Übenden in dieser Zeit als intelligent, sympathisch,
reisefreudig, risikobereit, beweglich, vielseitig, unterhaltend,
begeisterungsfähig und geschäftstüchtig dar. Negativ zu sehen
sind Eigenschaften wie undurchschaubar, ungeduldig, aufbrausend
und genusssüchtig zu sein, mit der Neigung zu riskanten Spielen
und Spekulationen. Die negative Erwartungshaltung des Trägers
kann zu einem gefährlichem Lebenswandel führen, in dem Exzesse
und Ausschweifungen nicht auszuschließen sind. Der fünfte Dan
birgt viele Risiken in sich und ist oft gefährlich in bezug auf
sportliche und private Übertreibungen. Der Träger hält nicht das
Ungefähre, die Kleinigkeit oder Mittelmäßigkeit aus, und wenn
er nicht die nötige Härte gegen sich und andere besitzt, wird
ihm viel Leid zugefügt werden. Der Wunsch, sich mit Haut und Haaren
für eine Sache einzusetzen, birgt Gefahren für Unfälle und Krankheiten.
Der fünfte Dan verlangt deshalb von seinem Träger eine ausgewogene
Pflege seiner Gesundheit, damit sich auf diesem Teil des Weges
Erfolge einstellen.
6.Dan
Schönheit, Harmonie, Vollkommenheit der Technik und auch des Charakters
werden mit dem sechsten Dan in Verbindung gebracht. Verankerung
von Tradition, Meditation, Konzentration und Intuition sind in
ihm enthalten. Dies gilt im besonderen für die eigene Entwicklung
der Persönlichkeit. Harmonisch, familienbewusst, friedlich, zuverlässig,
ehrlich, tüchtig und idealistisch sind die nun Shihan (Großmeister)
Genannten. Hervorragende Psychologen und Pädagogen in Wort und
Schrift und allen Handlungen. Dennoch zeigen sie sich in dieser
Zeit auch zu konservativ, mit wenig Sinn für materielle Dinge.
Als selbstgefällig erscheinen sie manchmal auch eingebildet, mit
einer Neigung zum Perfektionismus ausgestattet, bisweilen zu großzügig,
können sie für andere bis zum Martyrium gehen. Der sechste Dan
verlangt von seinem Großmeister, dass er sehr gewissenhaft und
aufmerksam ist, um 'Parasiten und Integranten' von sich fernzuhalten,
da diese zu viel Substanz kosten würde. Dazu muss er sich und
andere gut kennen und fähig sein, aus Erfahrungen zu lernen. Der
sechste Dan bringt plötzliche Veränderungen und unvorhergesehene
Wendungen, aber auch oft unverhoffte Glücksmomente, die den Träger
mehr als ausreichend dafür entschädigen, was Neid, Intrigen, Krankheiten
oder Verletzungen ihm zugefügt haben.
7. Dan
dieser Dan ist das Symbol der einmaligen Chance, der ungewöhnlichen
Glücksmöglichkeit und außerordentlichen Freiheit, die die Notwendigkeit
mit sich bringt, wachsam und diszipliniert zu sein, damit der
Träger nicht in das 'Nichts' zurückfällt. Würdig, selbstbeherrscht
und intelligent, phantasievoll und opferbereit, wissenschaftliche
und philosophische Neigungen sowie Sinn für Mystik, so die positiven
Eigenschaften während des siebten Dan. Jedoch auch als zu ernst
und wenig humorvoll, pessimistisch und unnahbar, wenig taktvoll,
mit einer Neigung zum Düsteren und Ausgefallenen sowie unfähig,
seine guten Gedanken präzise auszudrücken. Dieser Weg ist ein
Weg zur großen Spiritualität und zu selbstlosen Erfolgen. Der
Träger des siebten Dan kann ein großes Schicksal erleben, wenn
er materielle Dinge als sekundär betrachtet. Meditation und Introspektion
begleiten ihn auf seiner spirituellen Suche. Dieser Abschnitt
im Karate-Leben ist im allgemeinen ein begeisternder Weg, gekennzeichnet
von bedeutsamen Freundschaften und großartigen Begegnungen, aber
auch von einer gewissen Angst vor Tod und Leben beeinflusst.
8. Dan
der Inhaber des achten Dan beginnt nun auf dem Weg der Erkenntnis
zu wandeln. Diese neue Weg konfrontiert den an einen bestimmten
Lebensrhythmus gewöhnten Großmeister mit anderen Lebenseinstellungen.
Willentlich oder aufgrund eines besonderen Ereignisses ändert
er seine bisherige Lebensart. Als stark, widerstandsfähig, praktisch,
mit der Fähigkeit zum wirtschaftlichen Denken zeigt sich der Karateka
jetzt, erfolgreich durch große Anstrengungen, vorsichtig und zäh
in seinen Bemühungen. Es sind jedoch auch negative Eigenschaften
festzustellen und dann scheint der Übende hart, selbstsüchtig,
materialistisch, schwerfällig und skrupellos zu sein, er lässt
seine Schüler lange im Unklaren, und der Wille zur Rebellion ist
ihm anzumerken. Mit dem achten Dan beginnt ein Teil des Weges,
der zu einem brillanten oder zu vielen neuen Erfolgen führen kann.
Der Karateka hat die Wahl, entweder eigene Abschnitte des bisherigen
Weges zu wiederholen oder verschiedene Abzweigungen zu wählen,
indem er sich in mehrere Disziplinen versucht. Man kann diesen
Teil des Weges als einen großen Platz ansehen, von dem mehrere
Streckenabschnitte abzweigen. Es ist ein Weg der Begeisterung,
der ehrgeizigen Impulsivität und des Wunsches nach Erfolg und
auch des rechtzeitig erkannten Irrtums.
9. Dan
dieser gilt als Symbol des Idealismus und Edelmuts. Er bedeutet
die Suche nach Vollkommenheit und Streben nach den spirituellen
und geheimnisvollen Kräften. Er bedeutet das überschreiten der
'kosmischen Schwelle', zum Zugang zum ersten Grad der kosmischen
Erkenntnis. Er beinhaltet auch das Traumhafte, das Poetische sowie
die Sublimitierung der innerlichen Antriebes. Als idealistisch,
hilfreich, romantisch und charmant erweist sich ein Karateka des
neunten Dan, sowie als willensstark, begeisterungsfähig und inspirierend
- eine Person mit hohen spirituellen Eigenschaften. Negativ erscheint
dieser Mensch allzu impulsiv und intolerant, hartherzig, selbstgefällig
und intolerant. Dieser Weg führt zu einer höheren materiellen
und spirituellen Vollkommenheit. Es ist der große und herrliche
Weg derer, die ihre Phantasie arbeiten lassen können. Wer diesen
Weg folgt, wird andere Welten entdecken, vorausgesetzt, er 'schnürt
sein Bündel rechtzeitig'. Es ist der Weg der freien und ungewöhnlichen
Entfaltung. Die Aufgabe des Inhabers des neunten Dans ist, anderen
Meistern bei ihrer Selbstfindung zu helfen, obwohl er dabei alleine
bleiben muss. So wird ihm Ruhm, Ehre und Vermögen zuteil, wo er
es am wenigsten erwartet.
10. Dan
der zehnte Dan ist die höchste Meisterstufe im Karate-Do, die
Glück, Erfolg, Ehre und Vermögen eines wahren Meisters in bezug
auf seine seelischen, geistigen und körperlichen Fähigkeiten darstellt.
Er repräsentiert Begehrlichkeit, große Willenskraft, Festigkeit,
Kühnheit, Kaltblütigkeit, Frechheit und Sicherheit. Intuitiv mit
der Fähigkeit zum intensiven Erleben ausgestattet, erscheint der
Inhaber dieses Dangrades als eine sehr starke Persönlichkeit,
vital und von hohen spirituellen Leistungen auf allen Gebieten.
Ein Meister des zehnten Dan kann jedoch auch als zu impulsiv und
intolerant, zeitweise hartnäckig und schwerfällig, mit einer Neigung
zu diktatorischer Erziehung mit überharten Strafen empfunden werden.
Der zehnte Dan verleiht seinem Inhaber Autorität, physische und
psychische Kräfte, Stärke und Robustheit sowie schöpferischen
Geist. Sinn für Größe, natürlichen Stolz, Würde und schnelle Auffassungsgabe
kombiniert mit Weitblick sind die herausragenden Merkmale solcher
außergewöhnlichen Persönlichkeiten.